Abenteuer Rückfahrt

Leider hat sich unser Navi für die Rückfahrt eine andere Route ausgedacht. Es wurde Nacht, und wir durften 200km fast ausschließlich auf Schotterpiste mit teichgroßen Schlaglöchern gegen westen holperten. Eine Odysee für Fahrer, Fahrwerk und Ladung. Nicht nur dass auf offener Strecke mitten im Dunkeln plötzlich Eselkarren ohne Licht auftauchen, die man mit Glück gerade noch über die Gegenfahrbahn überholen kann. Noch dazu hat sich durch das extreme Schaukeln auch noch ein Spanngurt gelockert, und wir hätten unsere Wertvolle Ladung beinahe noch zum nächsten Schrottplatz bringen können. Das wollten wir uns gar nicht vorstellen, wie das hätte ausgehen können.

Die lachenden Zöllner

Auch wenn Rumänien zur EU zählt, gibt es immer noch Grenzposten. Wir kamen nachts an eine Grenze mitten im Wald im Nirgendwo. Dass man hier mit einem Auto auf dem Hänger nicht einfach durchgewunken wird, war klar. Es schien so, als wären wir eine gerade recht ankommende Skurrilität an einer ruhigen Grenze, mitten in der Nacht. So versammelten sich alle anwesenden Offiziellen um unser Gespann. Immer wieder erstaunt über das perfekte Englisch, das in diesem Land gesprochen wird, konnten wir die Fragen der Beamten beantworten. Es war aber eher des Interesses wegen, was sie uns fragten. Das heißt, eigentlich haben sie uns ausgelacht, weil wir so einen alten Schrott so weit durch die Gegend karren. Was wir damit anstellen, wollten die Damen und Herrn wissen, und guckten etwas verständnislos, fast schon bemitleidet.
Es war uns schon auf dem Hinweg bewußt, dass hier Status gerade ziemlich hoch geschrieben wird, und das wird einzig und alleine mit Neuwägen der oberen Mittelklasse zelebriert. Oldtimer haben in dem Land noch überhaupt keine Bedeutung. Also durften wir mit dem Haufen Müll auf dem Hänger wieder abziehen.
Wir machten drei Kreuze als wir wieder breite, asphaltierte Straßen unter uns hatten. Danke Ungarn, danke EU! Und erreichten das geplante Hotel im Kurort Debrecen in Ungarn.

Die Heimkehr – Sonntag

Wir freuten uns die Strapazen Rumäniens hinter uns zu haben und auf eine zwar kurze, aber verdiente, Nacht im Jugendherbergs-Abbiente. Es war geschafft! Ab jetzt trennen uns nur noch läppische 800 km Autobahn von zu Hause. Ein Klacks, wenn man Vorzüge wie Asphalt, Tempomat nutzen darf, und ein breites Grinsen die Gesichter der Fahrer ziert. Der Attraktionswert unseres Gespann blieb bis zum Schluss erhalten. Da der Bulli durch den Motor hinten schwerer ist, stand er mit der Front nach hinten, entgegen unserer Fahrtrichtung auf dem Hänger. Was uns zu einem begehrten Fotoobjekt für vorbeifahrende Fahrzeuge machte, die erst mal einen Bulli in falscher Richtung sehen, und dann erst die Situation mit Anhänger sich erklärt. Viele hochgehobene Daumen und gezückte Fotoapparate, stimmte mich zuversichtlich, dass das verrückte Unterfangen, absolut richtig war und die Anstrengungen wert.

Bericht über die Restauration und was aus dem häßlichen Entlein geworden ist, folgt.
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Text: David Mayerhofer
Fotos: Roland Raith, David Mayerhofer

Artikel von vorne lesen – Teil I

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