Ferrari im Vertreter-Outfit: eine Spritztour im unpreziös Ferrari aller Zeiten.
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Freitag Abend, es war ein letzter Abend hardcore Polieren unseres VW T1 geplant, der für den Verkauf fertig werden soll. Eigentlich ein trauriger Anlass, dass der Bulli gehen muss, jetzt wo er so geil fährt.
Zum Glück kommt da noch etwas erfreulich, organisatorisches dazwischen. Schnell noch ein Auto zur Werkstatt überführen.
Denn es ist nicht irgendein Auto, zugegeben es sieht zwar so aus, wie eine 90er Jahre Vertreter Tupperbox, aber das ist es in keinster Weise. Es handelt sich um das unbeachtete, unglamouröse, zurückhaltende Top-Auto, das man sich in jenem Jahrzehnt leisten wollte. Und die Betonung liegt auf WOLLTE. Man musste schon den ein oder anderen Tauschmotor in Kauf nehmen. Die ein oder andere Inspektion bei Ferrari. Und natürlich hin und wieder elektronische Allüren begleitet von Totalverweigerung.
Dafür bekommt man aber auch etwas besonderes. Einen Lancia Thema in der Version 8.32.
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Ich will jetzt gar nicht näher auf die Fakten des Modells eingehen da spukt Google genug Information aus, sondern nur mal vom Eindruck berichten, wie sich so ein Auto anfühlt. Wer fuhr so etwas früher? Wer leistet sich diesen unscheinbaren Exoten heute?
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Als mein Kumpel anrollt und ich gerade in den Tiefen des T1 verkrochen bin, musste ich schon grinsen. Dieser Sound stammt nicht von einem vier, fünf, oder sechs Zylinder. Acht Zylinder feinste Ferrari Technik rollen hier dumpf grollend an.
Schon mal ein Punkt der dieses Auto äußerlich doch etwas attraktiv erscheinen lässt.

Innen zeigt er alles was zu dieser Zeit möglich war, aber vom Feinsten. Man fühlt sich sofort wohl und möchte eigentlich gleich nach Ligurien aufbrechen und ein paar schöne Autobahnkilometer durch Italien mitnehmen.

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Die Fahrleistungen sind zwar mit heutigen, turbogeladenen Mittelklasse-Wagen zu vergleichen, fühlen sich aber an, wie von einem anderen Stern. Dieser drehfreudige Achtzylinder, vollgestopft mit italienischer, testosterongetriebener Ingenieurskunst ist einfach mit nichts zu vergleichen. Ein Gedicht von Motor, den man immer wieder hören muss.

Nun, die Neugier nach diesem Auto, das ich schon seit langer Zeit immer wieder auf dem Schirm hatte, ist erst mal gestillt. Vielleicht weil ich nun weiß, dass dieses Fahrzeug nicht in mein Garagen-Konzept passt. Für mich wäre es als Wochenendfahrzeug zwar spaßig genug, aber doch einen Tick zu langweilig was die Optik angeht. Für den Preis eines ordentlichen 8.32 gibt zu viele Alternativen die mehr nach Design schreien.

Wer aber nicht nur am Wochenende damit unterwegs sein will, sondern vielleicht sogar in seinen Alltag italienisches Temperament nutzen möchte, ganz für sich allein. Unbeachtet von allen Verkehrsteilnehmern, dem darf ich gratulieren. Man kann damit ganz unbemerkt ein Statement setzen. Und wenn man dann doch mal von einem Kenner entdeckt wird, sogar eine ordentliche Portion Respekt oben drauf.

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